Markus Holzweber & Michael Schmidbauer
Technologie und KI im Rechtsbereich. Von der Nische zum Mainstream. Diesem Thema widmet sich die TaxTech Konferenz 2026. An der Universität Wien ist das LL.M.-Programm „Informations- und Medienrecht“ ein Pionier der juristischen Weiterbildung, der seit 1999 die Zukunft des Rechts aktiv mitgestaltet. Mit rund 500 Absolvent*innen, die den Titel „Master of Laws (LL.M.)“ tragen, ist das Programm nicht nur ein akademisches Aushängeschild, sondern auch ein europaweit einzigartiges Kompetenznetzwerk. Neben den einschlägigen Themen – von Datenschutz‑ über Medienrecht bis zur KI‑Regulierung – vermittelt das Programm einschlägiges Wissen und verbindet die beiden Welten „Recht“ und „Technik“. Zudem wurde 2017 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien das Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht gegründet. Es stellt ein Bindeglied der juristischen Fakultät zur digitalen und sozio‑technologischen Revolution dar und führt neben der klassischen rechtswissenschaftlichen Forschungstätigkeit auch eine Vielzahl an interdisziplinären Projekten durch.
Sowohl das LL.M.-Programm Informations‑ und Medienrecht als auch das Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht hat sich den Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung kontinuierlich angepasst und bietet durch ihre Lehr‑ und Forschungstätigkeit fundierte, interdisziplinäre Lösungsansätze für die komplexen Fragen unserer Zeit.
Dabei ist festzuhalten, dass Digitalisierung und neue Technologien insbesondere den Finanzmarkt verändern, was auch im LL.M.-Programm diskutiert und eingeordnet wird: Ein Beispiel anhand von Kryptowährungen: Die Markets in Crypto‑Assets Regulation (MiCA) etabliert zwar einen grundliegenden Ordnungsrahmen für digitale Vermögenswerte, es bleiben jedoch viele Fragen offen: Wie steht es um Datenschutz und Privatsphäre bei digitalen Währungen? Wie können Kryptowährungen (steuer‑)rechtlich eingeordnet werden? Ist die Blockchain ein manipulationsresistentes Element?
Daneben stellen neue europäische Rechtsakte die Branche vor großen Herausforderungen: Wie ist Compliance mit dem Digital Operational Resilience Act (DORA) sicherzustellen? Wie wird die Einführung des in Verhandlung befindlichen Digitalen Euros umzusetzen sein?
Für das Verständnis dieser Fragen reicht es daher nicht aus, ihnen aus einer bloßen (steuer‑)rechtlichen Perspektive zu begegnen. Entscheidend ist es, „über den Tellerrand“ zu blicken, Zusammenhänge mit anderen Rechtsgebieten zu erkennen und sowohl technische als auch rechtliche Hintergründe zu verstehen, um diese bestmöglich vermitteln zu können. Die Lehrtätigkeit des LL.M.-Programms Informations‑ und Medienrecht und die Forschungstätigkeit des Instituts für Innovation und Digitalisierung im Recht erfüllen durch ihre technologieoffene Ausrichtung diese Anforderungen.
Infos: informationsrecht.univie.ac.at / id.univie.ac.at


